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Kunsthandwerk „Volkskunst“ ist dem Wort und der Sache nach erst gute hundert Jahr alt. Am Ende der Epoche des sogenannten Historismus begann die Wahrnehmung von Gebilden und Dekorationsformen, die ein eigenständiges Stilempfinden auszudrücken schienen. Neben die Hochschätzung des Fremden aus anderen Kulturen trat die Entdeckung quasi exotischer Besonderheiten innerhalb der eigenen Kultur, und zwar vornehmlich jener auf dem Lande. (Brückner) Die Kunst suchte in der Vergangenheit nach neuen Werten, nach zeitgemäßer Kreativität und das in Verbindung mit bürgerlicher Begeisterung für alles Stadtferne. Die Suche nach der heilen, unverdorbenen Welt auf dem Lande und in alpinen Regionen dauert bis heute an.

Der Begriff nationale Hausindustrie (Jakob von Falke) wurde auf der Wiener Weltausstellung von 1873 geboren und auf die Güter all jener Regionen angewandt, die wirtschaftlich und industriell schwer erschließbar waren. Ihre Erzeugnisse wurden inhaltlich aufgewertet und zu nationalen wie handwerklichen Symbolträgern erhoben schließlich als Volkskunst bezeichnet (Eitelberger 1877, Alois Riegl 1894).

Schulen, kunstgewerbliche Weiterbildung, Mustersammlungen, Bilderserien mit Trachtendarstellungen und Museumsgründungen fixierten das, was später und ganz allgemein zu VOLKSKUNST aufgewertet wurde.